


Regenentlastungsbauwerke
Ein Regenentlastungsbauwerk ist eine Einrichtung in einem Misch– oder
modifizierten Mischsystem oder einer Kläranlage, die das System
hydraulisch entlastet.
Folgende Bauwerke gelten als Regenentlastungsbauwerke:
• Speicherbecken bzw. Fangbecken
• Regenüberläufe
• Regenüberlaufbecken
• Regenrückhaltebecken
• Regenklärbecken
• Durchlaufbecken
• Stauraumkanäle
Das Kanalisationsnetz kann nicht auf das Ableiten der gesamten
anfallenden Schmutz- und Regenabwässer dimensioniert werden. Daher
müssen im Mischwasserkanalnetz Entlastungsbauwerke erstellt werden.
Über Regenüberläufe werden ab bestimmten Regenintensitäten und den damit
zusammenhängenden Abwassermengen Teile des Abwassers zur Entlastung in
einen Vorfluter abzweigt.
Regenbecken
Die Regenbecken werden dort angeordnet, wo die Bedingungen zu einer
Hochwasserentlastung unterschritten werden bzw. die Hochwasserentlastung
zu häufig anspringt und den Vorfluter mit Schmutzwasser belastet.
Die Regenbecken können folgende drei Funktionen übernehmen:
• Speichern des zuviel anfallenden Abwassers.
• Grobes Klären des überlaufenden Mischwassers.
• Fangen des ersten Schmutzstoßes, der vor allem vom Abspülen der
Kanalablagerungen herführt.
Die Wirkung des Regenbeckens ist vom Verhältnis des Beckeninhaltes zur
Größe des Einzugsgebietes abhängig.
Folgende Gründe können für den Bau eines Regenbeckens sprechen:
• Überlastete Netze können durch den Einbau von Regenbecken oft
zweckmäßig saniert werden, ohne die bestehenden Kanäle zu vergrößern.
Dabei sind je nach Gefälleverhältnissen auch Pumpen einzuschalten.
• Beim Anschluss von neuen Baugebieten an eine vorhandene, nahezu
ausgelastete Kanalisation besteht oft die Möglichkeit, das
Schmutzabwasser und einen Teil des Regenabwassers, nicht aber die
Abflussmengenspitzen, in den bestehenden Kanälen abzuführen. Hier lässt
sich durch den Einbau eines Regenrückhaltebeckens die Erweiterung der
vorhandenen Kanalisation umgehen.
Je nach Wirkungsweise werden unter dem Sammelbegriff „Regenbecken“
folgende Beckenarten unterschieden:
• Regenrückhaltebecken (RRB)
• Regenüberlaufbecken (RÜB)
• Regenrückhaltebecken (RRB)
Regenrückhaltebecken speichern bei starken Regenfällen einen Teil der
ankommenden Mischwassermenge und geben sie verzögert und gedrosselt
wieder an die Kanalisation ab. Sie verhindern eine Überlastung im
Kanalnetz, wo eine Entlastung unmöglich oder nicht erwünscht Ist. Solche
Becken müssen nicht in der Nähe von Vorflutern liegen. Sie besitzen
meistens nur einen Ablauf ins Netz sowie einen Notüberlauf.
Regenüberlaufbecken (RÜB)
Regenüberlaufbecken stellen eine Kombination von Regenüberlauf und
Regenrückhaltebecken dar. Die beiden Bauteile, Becken und Überlauf,
lassen sich getrennt oder in einem Bauwerk vereinigt ausführen. Diese
Becken besitzen einen Beckenablauf und einen oder mehrere Überläufe. Die
Regenabwässer werden grob geklärt dem Vorfluter zugeführt. Der
Beckeninhalt mit den zurückgehaltenen, abgesetzten Stoffen wird der
Kläranlage zugeführt. Dadurch werden die Spitzen der Abflussmengen
gebrochen und die abzuführenden Wassermengen verkleinert. Das
Regenüberlaufbecken wirkt bis zum Anspringen des Überlaufes als
Rückhaltebecken. Erst im gefüllten Zustand, bei Überlaufbetrieb, wird es
zum durchflossenen Klärbecken.
Regenüberlaufbecken können im Haupt- oder Nebenschluss betrieben werden.
Damit eine optimale Bewirtschaftung der Regenbecken erfolgen kann,
werden die Regenüberlaufbecken heute im Nebenschluss gebaut. Im
Hauptschluss betriebene Becken liegen im zur Kläranlage führenden Kanal.
Diese wichtige Anordnung ist nur bei ausreichendem Gefälle möglich, da
die Beckenentleerung ständig und nur mit natürlichem Gefälle Richtung
Kläranlage erfolgt.
Die Beckenentleerung erfolgt erst nach Regenende mittels einer Pumpe.
Bei genügenden Gefälleverhältnissen kann das Becken nach dem Regenende
auch durch einen gesteuerten Schieber entleert werden, wie es hier in
dem unterirdischen langgezogenen Becken in Köln der Fall ist.
Canarina
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Kanarische Inseln, Spanien
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